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Alice bricht ins (Alno-) Spülbecken

Die Nachricht hat gesessen. Alice Schwarzer muss den Tränen nahe gewesen sein. Ein neuer Hauptsponsor für die Frauen-Nationalmannschaft wurde gefunden. Leider nicht irgendeiner, sondern ein Küchenhersteller. Was für smiling Theo ein kleiner Schritt für Selbstvermarktung ist, muss für crying Alice wie ein großer (Rück-)Schritt in Richtung Rollenverständnis anno Siebzehnhundertweißkohl wirken.

Während die EMMA-Redaktion auf Halbmast flaggt, rufen Stumpen-Rudi, Uli Eisenfuß und die Armee der DFB-Tattergreise wohl ob dieses gelungenen Marketing-Schachzugs den 16. September fortan zur Gegenbewegung zum 8. März aus.

Gespannt darf man jetzt schon auf die Werbekampagnen zur Frauen-WM 2011 in Deutschland sein, die möglicherweise nicht allzu weit von der Vorschlägen der 11Freunde entfernt sein werden.

Nadine Angerer putzt selig den Salat, Birgit Prinz rührt in einem Topf mit Spaghetti-Sauce, im Hintergrund poliert das defensive Mittelfeld tapfer den Chrom, und Bundestrainerin Silvia Neid präsentiert stolz ein saftiges Steak in der Pfanne.

Was fällt einem dazu noch ein, außer: Warum haben Frauen so kleine Füsse? Damit Sie näher am Herd stehen können.

Genug des chauvinistischen Frohsinns! Wenn der Vertrag mit dem Küchenfabrikant ausläuft, sollten die Grand Seniors aus Frankfurt bitte gleich mit offenen Karten spielen und das Frauen-Trikot mit einer Petition für die Einführung des “Schnitzel & Blowjob Tages” beflocken. Das wäre mal der Wolf im Wolfspelz und nicht so eine armseelig-heimliche subversive Herstellung der alten Geschlechterhackordnung im Hause DFB.