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DFB-Elf: Rummenigge droht Löw und DFB mit „Stress“

Bierhoff nimmt Löw in Schutz

Bierhoff nimmt Löw in Schutz

Es ist ein alter Schuh, doch immer wieder wird dieses Thema aktuell. Dieses Mal ist es die Verletzung von Weltmeister und Bayern-Spieler Jerome Boateng, die Vereinsinteressen mit denen von Verbänden und Nationaltrainer kollidieren lässt. Dabei ist das gewiss nichts Neues für Jogi und seinen Stab, denn regelmäßig hat der Bayer-Vorstand Druck auf das Weltmeister-Gespann ausgeübt. Die Verletzungsgefahr bei Freundschaftsspielen sei teilweise zu hoch und auch die Abnutzungen der Spieler würden sich auf den regulären Saisonverlauf auswirken. Der FC Bayern, vor allem Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, attackiert nun den DFB und auch Joachim Löw. Fest steht aber: Löw wird Boateng einen EM-Platz „freihalten“.

Vereine gegen Verbände im ewigen Streit

Die immer weiter aufgeblähten Turniere, die Anzahl der jährlichen Länderspiele und die hohen Belastungen der Top-Spieler, die daraus resultieren, sind immer wieder Thema einiger Diskussionen. Zum Start des Europameisterschaftsjahres kocht diese Auseinandersetzung wieder auf, denn die schwere und langwierige Oberschenkelverletzung von Verteidiger Jerome Boateng zeigt, wie schnell sich ein Spieler verletzen kann. Aber auch die UEFA-Turniere werden von Rummenigge angeprangert, der hier einfach eine zu hohe Belastung sieht.

Unter dem Strich drohte er dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) samt Bundestrainer Joachim Löw gegebenenfalls mit „Stress". Haupttenor der Ansage: „Priorität habe nicht die EM-Teilnahme von Abwehrchef Boateng im Sommer.“ „Der FC Bayern ist der Vertragspartner von Jérôme Boateng und hat damit hier die Lufthoheit – und nicht der DFB", so der Vorstandschef der Bayern im Interview mit der „Deutschen Presseagentur“.

Auslöser dieser Äußerung war die Anfang dieser Woche getroffene Entscheidung Löws, Boateng einen EM-Platz für das Turnier in Frankreich zu reservieren. Rummenigge meinte nun: „Ich höre immer nur DFB, DFB, Europameisterschaft." Er empfehle dem DFB „Zurückhaltung." Dass er mit dieser Ansage eventuell ein wenig zu weit gegangen ist, zeigen die Bemühungen Löws der letzten Jahre. Immer, wenn kein Turnier auf dem Plan stand, versuchte der 55-Jährige die Interessen der Vereine auf der Prioritätsliste nach oben zu setzen. Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Löw und Vereinen daher gut.

Wie viel Pause ist für die Vereine genug?

„Jogi Löw hat oft genug bewiesen, dass er da einen Weitblick hat und die Vereinsinteressen berücksichtigt. Er ist da sensibel, sieht in erster Linie den Spieler in seiner Gesamtheit“, erklärte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff Ende letzten Jahres. In der Tat hatte Löw seinen Spielern zuletzt immer wieder Pausen gegeben. So mussten Özil und Kroos bei den Länderspielen in Paris und Hannover nicht antreten, da es in England bzw. Spanien keine Winterpause gab. Am Ender der vorigen Saison verzichtete er unterdes auf Neuer und Müller, die stattdessen eine verlängerte Sommerpause bekamen und nicht gegen Gibraltar und die USA ranmussten.

Am Ende ist und bleibt es daher der Spieler, der sich für oder gegen den Mehraufwand entscheidet. Schließlich zwingt der DFB seine Spieler nicht anzutreten, vielmehr fassen diese es als Ehre auf, ihr Land vertreten zu dürfen. Trotzdem warnten Rummenigge und Bierhoff vor den kommenden Jahren. EM 2016, Confed-Cup 2017 und WM 2018 sind schon ein Mammutprogramm, das es gut zu planen gilt. Die Verbände und Vereine müssen sich daher „eng und kollegial“ absprechen, wie es Bierhoff erklärte.