Menu

Artikel durchsuchen

Nationalelf: Es gibt ein Stürmerproblem, oder?

Nationalelf: Es gibt ein Stürmerproblem, oder?

Die DFB-Elf hat sich nach dem Ende der Euro 2016 in Frankreich erneut verändert. So traten der Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski aus der Nationalmannschaft zurück. Während Schweinsteiger bereits in Mönchengladbach im Spiel gegen Finnland verabschiedet wurde, müssen die Fans von Podolski noch etwas länger warten. Grund dafür ist die Knöchelverletzung, welche einen Einsatz in diesem Spiel unmöglich machte. Beide Spieler haben für die Nationalmannschaft große Leistungen erbracht, sodass ihr Abgang sicher nicht jeden erfreuen dürfte. Durch den Abgang der beiden Spieler wird eins wieder ganz deutlich: Die DFB-Elf hat ein Stürmer-Problem, was nicht so leicht zu kompensieren ist.

Reicht es für ein Direktticket nach Russland?

Bundestrainer Joachim Löw ist sich sicher, dass die deutsche Nationalmannschaft ganz einfach und ohne große Probleme das Direktticket für den Einzug zur WM 2016 in Russland lösen kann. Dabei stellte die Torausbeute bereits während der Euro eher ein Problem dar. Im ersten Spiel gegen Finnland fielen dann plötzlich jedoch wieder mehr Tore, sodass Löw im ersten Quali-Spiel bereits Fortschritte wahrnahm: „Bei der EM fehlten die Effizienz und die Konsequenz im Abschluss. Diesmal waren wir im Sechzehner präsent. Es waren immer drei, vier Spieler da, die in den Abschluss wollten. Die Tore waren dann irgendwie fällig.“ Anders sieht es Teammanager Oliver Bierhoff, der den ersten positiven Trend für eine harsche Analyse nutze: „Ich glaube, dass wir in den letzten Jahren zu systemverliebt und auch systemfixiert waren.“

Gemeint ist damit der Zwang, immer in Ballbesitz zu sein, und zu vergessen, dass zu einem erfolgreichen Spiel auch eine gewisse Anzahl an Toren gehört. Allerdings werden dafür Spezialisten gebraucht. „Das kann meistens jemand, der auch als Stürmer ausgebildet worden ist“, so Bierhoff. Die Krux ist hier jedoch, dass diese Spezialisten in der DFB-Elf eher Mangelware sind. Thomas Müller, der während der Euro kaum zum Abschluss kam und gegen Finnland gleich zwei Treffer erzielte, mahnte ebenfalls ein Umdenken an: „Wir haben viele Spieler, die gerne den Extrapass spielen, anstatt den Ball über die Linie zu bugsieren. Das ist auch eine Typfrage, da haben wir vielleicht ein kleines Problem."

Heimligen als Vorbereitung für die WM-Qualifikation nutzen

Löw entließ seine Spieler nach dem Spiel mit den besten Wünschen für ihre Vereine, bevor er selbst die Heimreise nach Berlin antrat. Nach einem erfolgreichen WM-Qualifikationsauftakt ist das jedoch wenig verwunderlich. Nun hofft er darauf, dass die Spieler ihre eigenen Ligen dazu nutzen, um sich in die richtige Spielstimmung für die nächsten Quali-Spiele gegen Nordirland und Tschechien einzuspielen. Die WM in Russland zu gewinnen, ist das nächste große Ziel des Bundestrainers, doch dazu muss zunächst die Qualifikation bestanden werden. Deutschland gilt nach der letzten WM in Brasilien, wo sie den Titel holten und auch nach dem Ausscheiden aus der EM 2016 im Halbfinale wieder als großer Favorit.

Im ersten Spiel konnte die Mannschaft trotz fehlender Stammspieler zeigen, warum das so ist. Müller dazu: „Unser Ziel war, von vorneherein Richtung Platz eins zu marschieren. Mit einem Auswärtssieg in Norwegen haben wir ein Zeichen gesetzt.“ Die Euro 2016, die titellos ausging, konnten die Mannschaft und der Bundestrainer schnell hinter sich lassen. Vielmehr herrscht nun wieder Aufbruchsstimmung und ein neues Ziel steht auf der Agenda. Am 8. Oktober geht es in Hamburg gegen Tschechien in die nächste Runde. Diese kamen gegen Nordirland nicht über ein 0:0 hinaus. Dennoch mahnt Löw: „Ich glaube, dass die Tschechen die Mannschaft sein werden, die von ihren Fußballern und ihrer Erfahrung her der hartnäckigste Gegner sein werden.“ Neuer ist jedoch davon überzeugt, bis Weihnachten vier Siege zu erzielen. Tschechien, Nordirland und San Marino sollten sich daher warm anziehen.

redaktionsempfehlung_betway

X